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Feierwehr

Feuerwehr wird zur "Feierwehr"

Festkommers mit rund 700 Kameraden und geladenen Gästen / Besondere Ehrung für Henrichsmann

Mit einem ebenso abwechslungsreichen wie gelungenen Festkommers hat die Freiwillige Feuerwehr Wettringen am Freitagabend ihren 125. Geburtstag offiziell gefeiert - und bekam so im Laufe des Abends völlig zurecht den Spitznamen "Feierwehr". Rund 700 geladene Gäste waren ins beheizte Festzelt am Haverkamp gekommen - dort erwarteten sie Grußworte, Musik, Anekdoten aus der Historie und zum Schluss ein gutes Pfund Unterhaltung. Die anschließende Party mit DJ ging dann bis tief in die Nacht. Trotz genauer Planungen wurde die Feuerwehr an diesem Abend auch überrascht: Wehrführer Werner Henrichsmann erhielt das Deutsche FeuerwehrEhrenkreuz in Silber.

Jubilaeum 2

Die Auszeichnung wird für „hervorragende Leistungen", besonders mutiges Verhalten" und für „Errettung von Menschen aus Lebensgefahr während des Einsatzes" verliehen. Auf Henrichsmann, seit über 43 Jahren in der Feuerwehr aktiv, traf das alles zu, wie Bezirksbrandmeister Donald Niehues andeutete. Dass er die Laudatio vergessen habe, war als Scherz zu verstehen. Alles aufzuzählen, dauerte eh zu lang, meinte Niehues. Wir ehren einen Feuerwehrmann, der es verdient hat."

Auch, wenn die gute Laune beim Festkommers überwog, so klangen zuweilen auch die Schattenseiten des Ehrenamts an. Niehues sprach von „menschlichen und wirtschaftlichen Tragödien", die sich hinter Einsätzen verbergen. Bürgermeister Berthold Bültgerds sagte, dass „manches Erlebnis im Einsatz nicht einfach zu vergessen" sei. Und er sprach auch die „Entbehrungen für Familie und Freizeit" an. Im Mittelpunkt stand aber bei allen Rednern der Dank an die aktive Wehr für das Engagement, rund um die Uhr, an allen Tagen. Die Kameraden waren zu Beginn des Festkommers unter den Klängen des wehreigenen Musikzuges ins Festzelt einmarschiert und holten sich den verdienten Applaus auf der Bühne ab. Sie geben den Bürgern „ein Gefühl der Sicherheit" (Kreisdirektor Martin Sommer), leisten ihren „Dienst oft im Verborgenen" (Bültgerds) und gehören zu den rund 3000 Menschen im Kreis Steinfurt, die in der „nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr" tätig sind, wie Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier sagte.

Jubilaeum 5

Die Geschichte der Wettringer Wehr hatte natürlich auch einige amüsante Geschichten zu bieten. So lockerte das souveräne und gut vorbereite Moderatorenpaar Sylvia Öhmann und Helmut Grönefeld den Abend mit Ausflügen in die Vergangenheit auf, darunter die Anekdote zum Signalhorn. Bürgermeister Bültgerds hatte ebenfalls im Archiv gekramt und einen Leserbrief von 1929 entdeckt. Darin beschwerten sich Bürger darüber, dass die Kameraden einen blinden Alarm dazu nutzten, von Musik begleitet ins nächste Wirtshaus einzukehren. „Die erregten Einwohner bezeichnen das Vorkommnis als groben Unfug."

Um die Zukunft müsse sich die Wehr „keine Sorgen" machen, so Bültgerds. Mit Blick auf Altersdurchschnitt und positives Image brauche es „nicht zwingend" eine Jugendfeuerwehr. Dem widersprach später Bezirksbrandmeister Donald Niehues mit Hinweis auf den demografischen Wandel: „Ich prophezeie den Tag, an dem es nicht mehr ohne Jugendfeuerwehr geht - und ohne Frauen schon gar nicht." Die Dudelsackband „Ems Highlander" brachte das Publikum mit mehreren Liedern und final gar Samba-Rhythmen in Stimmung.

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Bauchredner Micha witzelte mit „Opa Gustav", sang mit „Jazzy Jazzman" und machte dann Anja Metten-Möllers und Mathias Krümpel aus dem Publikum zu Puppen, die nur den Mund bewegten.

Jubilaeum 4

Schlagersänger Josef Hassing läutete die ausgelassene Party ein, die DJ Reinhold Schepers noch lange veredelte.

 

Foto: Jens Kebalt

Bericht: Wolfgang Attermeyer

MV

 

Fotos finden Sie hier.