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Tagesübung 2018

Herausforderung am Haddorfer See

Von Jens Keblat / MV

Zwei Feuerwehren, zwei Hilfsorganisationen und eine Herausforderung nach der anderen: Auf dem Campingplatz am Haddorfer See hat am Samstag eine mehrstündige Gemeinschaftsübung stattgefunden, wie es sie seit vielen Jahren nicht mehr gegeben hat.

Ein paar Halbstarke, ein Schlauchboot, ein Grill, zu viel Alkohol und noch mehr Pech: „Eine Gruppe Jugendlicher ist mit dem Boot auf dem Haddorfer See unterwegs und macht am Ufer eine Pause, um zu grillen." Mit diesem Satz beginnt das Szenario der großangelegten, buchstäblich grenzüberschreitenden Gemeinschaftsübung der freiwilligen Feuerwehren Wettringen und Ohne sowie der hiesigen Kräfte von DRK und DLRG. „Beim unsachgemäßen Umgang mit Brennspiritus kommt es zur Verpuffung und Entzündung der Uferböschung", heißt es im Konzept dieser Übung weiter.

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Die Folgen könnten verheerender kaum sein: Die Jugendlichen erleiden teils schwere Brandverletzungen. Die in der Übungskünstlichkeit sommerlich trockene Vegetation entzündet sich rasend schnell, erreicht nach kurzer Dauer bereits das neue Sanitärgebäude und droht auch auf die Ferienhaussiedlung überzugreifen, während sich einige der Jugendlichen mit dem Schlauchboot auf den See zu retten versuchen.

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Was dann passiert, wird im Fachjargon auch durchaus schon mal als Weltalarm bezeichnet: Einsatzkräfte verschiedenster Organisation steuern den Haddorfer See an. Insgesamt rund 70 ehren-amtlich aktive Frauen und Männer erreichen sukzessive den für sie vorgeplanten Einsatzabschnitt und widmen sich mit vollem Einsatz der Menschenrettung, der Brandbekämpfung - zu Wasser, zu Land und immer wieder auch im fliegenden Wechsel an verschiedenen Fronten.

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Mehr als drei Stunden dauert die eigentliche Übung, geleitet wird sie von Wettringens Wehrführer Christoph Remki, unterstützt wird er dabei von seinem Stellvertreter Mathias Krümpel. Einen wichtigen Beitrag leisten auch die Darsteller mehrerer DRK-Ortsvereine. Die Jugendlichen halten die Einsatzkräfte stundenlang auf Trab, mimen die teilweise volltrunkenen Katastrophenverursacher mit Bravour.

„Mit der Übung bin ich eigentlich wirklich super zufrieden", sagt Wehrführer Remki dann am späten Samstagnachmittag beim Imbiss im Feuerwehrgerätehaus. „Übungsschwerpunkt sollte eigentlich sein, dass man sich gegenseitig mal kennenlernt. Wir haben also jahrelang nicht mehr zusammen geübt - auch DRK und DLRG." Man habe sich zwar „gekannt und auch gesehen", man habe sich auch „die Ölspur samstags nachts um 23 Uhr an der Landesgrenze übergeben", sagt Remki mit Blick auf die Wehrleute aus Ohne. Doch sonst habe man in den vergangenen Jahren kaum etwas miteinander gemacht. Im Fall der Fälle, den sich von den Einsatzkräften niemand ernsthaft wünscht, wisse man jetzt, worauf man zählen könne.


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Ein Dank an alle Beteiligten!!!