Feuerwehr Wettringen

Wehrführer

 von Mathias Krümpel

Zum ersten Wehrführer der 75 freiwilligen Wettringer Feuerwehrleute wurde der Kaufmann Eduard van Gellecum per Aklamation gewählt. In dem von unserem Kameraden Winfried Schröder (Kommandomitglied) und unserem jetzigen Bürgermeister Engelbert Rauen 1992 hervorragend erstellten Jubiläumsbuch (Chronik der Feuerwehr Wettringen) wird van Gellecum eine Amtszeit bis zum Jahr 1896 zugeschrieben. Lt. Wilhelm Brockpähler (Heimatchronist) verstarb Eduard van Gellecum jedoch bereits im Alter von 55 Jahren am 20.06.1894. Der Kaufmann Eduard van Gellecum führte eine Essigfabrik an der heutigen Hügelstraße. Das Foto zeigt den Feuerwehrhauptmann und Kaufmann Eduard van Gellecum im Jahr 1889 auf der Kegelbahn der Gaststätte Stahl. Es ist das einzige bekannte Foto von Eduard van Gellecum und wurde dem Jubiläumsbuch zur 1.150 Jahr Feier entnommen. Die Wirtschaft Stahl (später Stahl-Niehues, Niehues-Winter) sollte in den kommenden Jahrzehnten eine besondere Beziehung zur Wehrführung der Feuerwehr bekommen.Dem Feuerwehrjubiläumsbuch ist zu entnehmen, dass die finanzielle Lage in den Gründungsjahren der Feuerwehr sehr bescheiden war. Jedes Mitglied musste 10 Goldmark aufwenden. Eine Uniform gab es nicht, stattdessen wurden "weiße Kittel" angezogen. Die Gemeinde beschaffte jedoch eine neue Handdruckspritze. An großen Einsätzen aus dieser Zeit ist ein Waldbrand im Fuchshagen (Nähe Bauernhof Specker) bekannt, die Frau des Polizeidieners Teupen musste mit der Pauke Alarm schlagen.Der Eintritt in die Feuerwehr war in dieser Zeit für alle unbescholtenen, rüstigen Männer ab 20 Jahre möglich. Zum Rettungsdienst wurden jedoch nur gewandte und mutige Männer zugelassen. Ein Mutprobe konnte schon einmal gefordert werden. Im Dienst wurde ein ehrhaftes, männliches Betragen, insbesondere Nüchternheit, Pünktlichkeit und Besonnenheit gefordert (das gilt natürlich auch nach über 110 Jahren noch!!). Für die Raucher war es eine schlechte Zeit, denn Tabakrauchen war genauso wie Schreien, Lärmen und Singen bei den Übungen und Einsätzen verboten. Übungen wurden alle drei Monate abgehaltenund vom Feuerwehrhauptmann angesetzt. Die einzelnen Abteilungsführer 1. Kompanie (Steigerabteilung), 2. Kompanie (Spritzenmannschaft), 3. Kompanie (Rettungs- und Ordnungsabteilung) konnten zusätzlich Spezialübungen abhalten. Wer nicht zur Übung kam, musste 25 Pfennig Strafe zahlen.

Zwar wurde die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Saale des Wirts Engelbert Pelster abgehalten, aber wenn man einer Wettringer Gastwirtschaft eine besondere Beziehung zur Feuerwehr nachsagen kann, dann ist es die heutige Gaststätte "Niehues-Winter". Diese Wettringer Familie stellte immerhin drei Wehrführer in der rd. 110-jährigen Geschichte der Feuerwehr in Wettringen.
Der erste Wehrführer aus diesem Haus war der Schank- und Kegelwirt Theodor Stahl (ein Urgroßvaterder jetzigen Wirtin Mechthild Winter). Ob Theodor Stahl die Wehr mit "stahl"harter Hand geführt hat, lässt sich heute nicht mehr sagen. Es dürfte aber sicher sein, dass viele Entscheidungen rund um die Feuerwehr auf der Kegelbahn seiner Gaststätte getroffen wurden. Ein Feuerwehrgerätehaus gab es zu dieser Zeit ja noch nicht. So gingen die Wettringer Honoratioren bei Theodor Stahl ein und aus. Ein Bild aus dem Jahr 1889 zeigt die führenden Köpfe der Wettringer Feuerwehr Amtmann Tenholt, Kaufmann Eduard van
Gellecum und Kegelwirt Theodor Stahl beim gemütlichen Kegeln auf der alten Holzbahn, wo die Kinder noch für ein Trinkgeld die Kegel wieder aufzustellen hatten. An der Ausrüstung hatte sich bei der Feuerwehr seit Gründung noch nicht viel verbessert, man besaß jedoch eineneuwertige Handdruckspritze. Die Anschaffung einer zweiten Feuerspritze wurde von der Gemeindevertretung abgelehnt und erst 1899 - auf Druck des Regierungspräsidenten - möglich gemacht.

Einer der Gründungsväter und Initiatoren der Freiwilligen Feuerwehr Wettringen war der damalige Amtmann von Wettringen Bernhard Tenholt. Amtmann Tenholt und seine Mitstreiter hatten bereits 1892 erkannt, dass eine Pflichtfeuerwehr keine Zukunft mehr hat. Es ist daher kein Zufall, dass er - neben seinen Amtsgeschäften - seit der Gründung freiwillig als 2. Hauptmann in der Wehrführung tätig war. 1898 wurde er als Nachfolger von Theodor Stahl selbst Wehrführer der Wettringer Wehr. In seiner Amtszeit wurde z.B. 1906 die "Wettringer Polizeiverordnung betreffend das Feuerlöschwesen vom 04.10.1887" geändert, weil Sie nicht mehr den Anforderungen des Kreises entsprach. Im Herbst 1907 wurde mit finanzieller Unterstützung der Provinzial ein Schlauchwagen angeschafft, im Jahr 1910 wurden dann - erstmalig durch die Gemeinde - neue, graue Uniformen erworben. Diese grauen Uniformen werden - erstmalig und exklusiv - auf unserer Homepage im Rahmen der Präsentation des ältesten Wettringer Feuerwehrfotos der Öffentlichkeit präsentiert.Höhepunkt seiner Amtszeit dürfte jedoch der Bau des Spritzenhauses an der Ecke Metelener Straße und Rothenberger Str. im Jahr 1913 sein. Das relativ kleine Gebäude hatte einen Steigerturm zum Aufhängen und Trocknen der Schläuche, eine Arrestzelle und einen Raum für Obdachlose. Erstmalig hatte die Wettringer Wehr somit ein Zuhause. Es gab zu dieser Zeit Ärger mit der Löschwasserversorgung im Ort. So konnte der Amtmann die damaligen Gemeindevertreter nur mit Hilfe und Zwang des Regierungspräsidenten davon überzeugen, dass Abhilfe vonnöten war. Als Wettringer Amtmann war Bernhard Tenholt bereits seit 1891 tätig, hervorzuheben ist hier besonderes dass in seiner Amtszeit der Bau der Eisenbahnlinie Rheine - Ochtrup (1905) erfolgte, für die er sich besonders eingesetzt hat. Amtmann Tenholt war wohl ein preußischer Staatsdiener wie er im Buche stand. Der älteste Wettringer Feuerwehrmann der 92-jährige Oberfeuerwehrmann Heinrich Kemper sen. erinnert sich noch daran, dass Amtmann Tenholt nach Ende des 1. Weltkrieges als ein Vertreter des Kaiserreiches sein Amt als Chef der Verwaltung und der Feuerwehr aufgeben musste und - wie der Kaiser in Berlin - abdankte. Arbeiter und Soldatenräte übernahmen für kurze Zeit auch in Wettringen das Kommando.
Bernhard Tenholt zog daraufhin nach Münster, wo er 1929 starb.

Nach dem Wegzug von Bernhard Tenholt aus Wettringen benötigte man einen neuen Wehrführer. Hierzu auserkoren wurde Josef Schnermann. Er hatte die schwere Aufgabe die Wettringer Wehr nach dem 1. Weltkrieg wieder neu aufzubauen. Viele Kameraden waren aus dem Krieg nicht zurückgekehrt und ein Neuanfang musste vollzogen werden. Josef Schnermann war aber nicht nur in der Feuerwehr aktiv, sondern auch im Junggesellen-Schützenverein von 1651 e.V., denn hier wird er als König des Jahres 1922 aufgeführt. Josef Schnermann hat sich sehr um die Ausrüstung der Feuerwehr bemüht, so stellte er 1928 einen Antrag an die Gemeinde Wettringen folgende Sachen dringend anzuschaffen:
"1 Saugschlauch für Spritze, 25 Kupplungen für Schläuche, 1 Alarmvorrichtung, 12 Schlauchbinden, 2 Steigerleitern, 15 Helme und Uniformen, 25 Gurte, 4 Steigerleinen, 1 Sanitäterarmbinde und Musikausrüstung für den Musikzug. Josef Schnermann bittet um die Bewilligung vorstehender Sachen, die sich auf ca. 2.000 Reichsmark belaufen, da es sonst nicht möglich ist, die Feuerwehr schlagkräftig zu erhalten". Gleichzeitig bittet der Wehrführer darum eine Prämie von 25 Reichsmark auszusetzen, für denjenigen der zuerst am Spritzenhaus ist. Der zweite sollte immerhin noch 10Reichsmark erhalten. Eine solche Prämie hat es auch schon vor dem 1. Weltkrieg gegeben.

Eine interessante Sache, die man heute wieder einführen könnte...............oder?!

Bei einem Brand in Bilk war der Windkessel der Druckspritze entzwei gegangen, daraufhinwurde 1935 nach langen Bemühungen die erste Motorspritze für die Wettringer Wehr angeschafft. Die Wasserversorgung im Ort war zu dieser Zeit in Ordnung, nur in den Bauernschaften gab es erhebliche Probleme, so dass zwei Löschteiche errichtet werden mussten.
Josef Schnermann starb im 18. Jahr seiner Amtzeit als Wehrführer am 30.03.1935.

In der schwierigen Krieg- und Nachkriegszeit wurde die Feuerwehr vom Oberbrandmeister Ernst Niehues geleitet. 1940 gehörten insgesamt 46 Aktive zur Feuerwehr. In dieser Zeit wurde die Wehr stark gefordert. So waren mehr als 50 Übungen jährlich keine Seltenheit. Die Alarmierung im Ernstfall erfolgt durch Fernsprecher im Schneeball-System und durch Hornsignale. Während des Krieges war die Feuerwehr stark personell geschwächt. Die Feuerwehr wurde der Polizei unterstellt und fungierte als Feuerlöschpolizei wobei sie zusätzliche Aufgaben als Hilfspolizeibeamten vornehmen musste. Die Zugehörigkeit zur Polizei wurde in den grün umlackierten Löschfahrzeug (LF 8) deutlich gemacht. Um die Schlagkraft der Wehr zu erhalten, mussten auch Notdienstverpflichtungen zum Feuerwehrdienst ausgerufen werden. Zum Endes des Krieges stellte Ernst Niehues fest, dass die Feuerwehr in Wettringen absolut nicht mehr einsatzfähig ist und auf nachbarschaftliche Löschhilfe angewiesen war. Viele Kameraden sind im Krieg geblieben und die Fahrzeuge und Geräte von den Alliierten mitgenommen. Um Verbesserungen an der Ausrüstung zu erhalten wurden 1948 erstmalig Haussammlungen in Wettringen durchgeführt. Es ging wieder Aufwärts mit der Feuerwehr Wettringen. Da wegen des Krieges das 50-jährige Bestehen nicht gefeiert werden konnte, wurde im August 1962 das 60-jährige Bestehen mit einem großen Umzug gefeiert. Hierzu wurde auch eine Festschrift erstellt. 1959 nahm der verdiente Wehrführer und Oberbrandmeister Ernst Niehues nach 24 Jahren Wehrführung - im Alter von 73 Jahren - Abschied vom aktiven Dienst. Auf einstimmigen Beschluss der Wehr und des Rates der Gemeinde Wettringen wurde Ernst Niehues zum Ehrenoberbrandmeister ernannt.

Die Nachfolge in der Wehrführung wurde praktisch unter Wettringer Gastwirten ausgemacht, denn auch der Nachfolger von Ernst Niehues, der Vater des heutigen Wehrführers Bernhard Wolbeck betrieb zu dieser Zeit in Wettringen eine Gaststätte. Bernhard Wolbeck sen. war aber nicht nur Wehrführer, er fuhr während seiner aktiven Zeit zusammen mit den Kameraden Günter Weiß und Willi Bordieck auch den Wettringer Krankenwagen (KTW). Diese Krankentransporte wurden von der Wettringer Feuerwehr auf Druck des Kreises Steinfurt und zum Bedauern der Wettringer Bevölkerung, jedoch seit 1988 nicht mehr durchgeführt.

Die Wehr verfügte 1960 über zwei Löschfahrzeuge vom Typ LF 8, zwei Tragkraftspritzenanhänger und drei Kraftspritzen - zuzüglich für die Löschgruppe Bilk - eines nach Norm bestückten Schlauchanhängers.

Höhepunkt seiner Tätigkeit als Wehrführer war sicherlich die Einweihung des "neuen" Gerätehauses im Jahr 1960, nachdem das alte Spritzenhaus an der Metelener Str. nicht mehr den Anforderungen entsprach. In den Festreden zur Einweihung hieß es u.a. "Die nicht geringen Kosten habe man aufgebracht, um eventuelle größere Kosten zu verhindern, die durch Brand entstehen können". Das Durchschnittsalter der Wehr betrug zu dieser Zeit 39 Jahre. Erstmalig konnte die Feuerwehr auch ein Tanklöschfahrzeug (TLF, MAN 6t. mit Ziegleraufbau) in Dienst stellen, so dass die Schlagkraft der Wehr, dank des mitgeführten Wassers, deutlich erhöht werden konnte. In die Amtszeit von Bernhard Wolbeck sen. fielen auch die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Jubiläum im Jahr 1967. Über 700 Feuerwehrleute weilten in den drei tollen Tagen in Wettringen. Bernhard Wolbeck sen. war aber nicht nur dem aktiven Feuerwehrdienst verschrieben, mit den Kameraden Bernhard Abbing, Carl Bruning, Johannes Brüning und Paul Henrichsmann rief er auch die heute noch aktive und überaus erfolgreiche Laienspielschar der Wettringer Feuerwehr ins Leben. Heute ist die Laienspielschar aus dem kulturellen Gemeindeleben nur schwer wegzudenken. Aus gesundheitlichen Gründen musste Bernhard Wolbeck sen. sein Ehrenamt 1971 niederlegen.

1971 wurde ein weiterer Wechsel im Wehrkommando vollzogen und Theodor Niehues als neuer Wehrführer in sein Amt eingeführt. Theodor Niehues war in Wettringen kein Unbekannter, hat er doch 1948 zusammen mit Johannes Böwer den Junggesellen-Schützenverein von 1651 wiederbegründet. Als frischgebackener Wehrführer oblag es ihm 1973 ein neues LF 8 in Dienst zu stellen. Im selben Jahr wurde die Wehr zu zwei Hausbränden, sieben Waldbränden und drei Schwellbränden gerufen. Ausbildung, Lehrgänge und Alarmübungen standen im Vordergrund. 1975 wurde die mangelnde Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung beklagt. Mit einem Zuschuss von lediglich 1.000 DM sei die Schlagkraft der Wehr nicht aufrechtzuerhalten. Weiterer Ärger mit dem damaligen Gemeindedirektor folgte auf dem Fuße. Große Aufregung herrschte dann im April des Jahres: Die Wehrführung stellte ihre Ämter zur Verfügung. Der Gemeindedirektor Lorenz hatte zuvor aus Anlaß einer Lappalie die Kommandogewalt der Wehrführung stark eingeschränkt. Dieses wahr der Auftakt eines sich bis in das Jahr 1978 hinziehenden Streites, wobei letztlich der Gemeindedirektor durch den Gemeinderat abgesetzt wurde. Anfang der 80er Jahre konnte dann die Löschwasserversorgung erheblich verbessert werden durch zusätzliche Hydranten in den Außenbezirken. Als eine seiner letzten Amtshandlungen konnte Theodor Niehues im Jahr 1982 den neuen ELW (heutiger MTW) in Dienst stellen. Der neue Kommandowagen wurde bei über 10 Grad minus der Wehr übergeben. Pastor Bernhard Avermiddig nahm die Einsegnung vor. Auf die musikalische Begleitung musste jedoch verzichtet werden, da die Musikinstrumente bei der Kälte nicht mehr zu bewegen waren. Im gleichen Jahr ist Theodor Niehues als hochverdienter Wehrführer auf eigenen Wunsch und gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten. Er war der dritte Wehrführer aus dem Hause Stahl-Niehues.

Wehrführer Carl Bruning war ein Mann von echtem Schrot und Korn, eine westfälische Eiche wie man so schön sagt, der das klare Wort liebte. Nur drei Monate nach seinem Amtsantritt stand er direkt vor einer großen feuerwehrtechnischen Herausforderung;. Das Möbelhaus Thiele (2.500 qm) sorgte an einen Sonntagabend im Juni 1982 für den größten Brand in Wettringen seit Jahrzehnten. Rd. 200 Feuerwehrleute aus Ochtrup, Steinfurt, Metelen und Rheine sowie zwei Drehleitern waren im Einsatz. Der Schaden ging weit in die Millionen. Im gleichen Jahr brannte auch das Sägewerk Gerdes nieder. In beiden Fällen konnte durch die Feuerwehr größerer Schaden erfolgreich verhindert werden. Die Feuerprobe für Carl Bruning war mehr als bestanden.
In den folgenden Jahren gab es kaum eines ohne größeren Brandeinsatz auf landwirtschaftlichen Gehöften; z.B. 1983 Bauernhof Banning, wo 15 Sauen und 200 Ferkel verendeten oder das Wohnhaus und Stallgebäude von Familie Feldkamp im Werninghok bzw. 1987 wo auf dem Bauernhofbrand Sundarp 350 Mastschweine durch die starke Rauchentwicklung erstickten.

1987 wurde der Krankentransport eingestellt. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr hatten rund um die Uhr die Einsatzbereitschaft des Krankentranportfahrzeuges (KTW) sichergestellt. Das ausgemusterte Fahrzeug hatte 22.878 Einsätze gefahren und dabei 568.316 km zurückgelegt.

Auch die Technik war für Carl Bruning ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Arbeit in der Wehr, so wurden 1989 erstmalig eine Rettungsschere und ein Spreizer in Empfang genommen. 1990 konnte dann durch Carl Bruning das neue TLF 16/25 in Dienst gestellt werden, was bis heute treue Dienste leistet und unverzichtbar für die Feuerwehr Wettringen geworden ist. Auch für die Feuerwehrleute wurde etwas getan, das 1960: erbaute Gerätehaus konnte erweitert werden, Wasch- und Duschraum sowie eine Kleider- und Gerätekammer wurden eingerichtet. Leider ist das Gerätehaus mittlerweile wieder an seine Grenzen gekommen.

Das Jahr 1990 endete wiederum mit einem Großbrand, wobei die Fa. Solar-Diamant im Ortskern bis auf die Grundmauern niederbrannte. Ein Zeugnis dieses verheerenden und gefährlichen Brandes - eine zerborstene Propangasflasche h at im Gerätehaus ihren Ehrenplatz als Erinnerung gefunden. Carl Bruning war aber nicht nur Feuerwehrmann mit Leib und Seele, er hat es auch vorzüglich verstanden Menschen durch sein Theaterspiel und "seine" Laienspielschar zu begeistern. Für die Gemeinde Wettringen war er bis zuletzt als Kiepenkerl im Einsatz. Carl Bruning ist für die Feuerwehr und die gesamte Gemeinde unvergessen.

Gemeindebrandinspektor Bernhard Wolbeck ist seit 1990 Wehrführer in Wettringen und hat es damit seinen Vater als Leiter der Wehr gleichgetan.  Bernhard Wolbeck mußte gleich zu Beginn eine große Herausforderung zu meistern, galt es doch das 100-jährige Jubiläum der Wettringer Feuerwehr zu planen, organisieren und zu feiern. Es waren bei allen Beteiligten bis heute unvergessliche Tage, so waren mehr als 1.000 Feuerwehrleute beim Jubiläum anwesend. In seiner Dienstzeit wurde nahezu der gesamte Fahrzeugpark (TLF 16/25, LF 8/6, ELW, LF 16/12) der Feuerwehr erneuert. Unterstützt wird er neben den Kommandomitgliedern, insbesondere durch seinen Stellvertreter Gemeindebrandinspektor Werner Henrichsmann, der auch als stellv. Kreisbrandmeister des Kreises Steinfurt tätig ist. Es ist übrigens das erste Mal, dass die Feuerwehr Wettringen einen (stellv.) Kreisbrandmeister stellt.

Die vergangen Jahre seiner Dienstzeit haben viele Einsätze mitgebracht. Erinnert sei z.B. am Industriegebietbrand in unserer Nachbargemeinde Metelen oder das Einsatzjahr 2005 mit Stromchaos, Überflutungen, Großbränden und schweren Unfällen mit z.T. tödlichen Ausgang. Insbesondere der November 2005 mit der Bekämpfung der Folgen der Schneekatastrophe wird wohl immer in Erinnerung bleiben. Es war das erste Mal, dass unser Gerätehaus nahezu eine Woche lang rund um die Uhr besetzt war. Ein außergewöhnliches Ereignis für alle Kameraden.
Bernhard Wolbeck ist aber nicht nur Wehrführer, er ist auch mit viel Hingabe der Leiter der Feuerwehrlaienspielschar. Jeder der Bernhard Wolbeck und seine unbekümmerte Art kennt, freut sich den Wettringer Wehrführer auf den Brettern die die Welt bedeuten zu sehen und zu hören. Bernhard Wolbeck hat im August 2010 mit erreichen der Altersgrenze sein Amt niederlegt. Ein Platz in den Geschichtsbüchern der Feuerwehr Wettringen ist im sicher.


 
 

Seit dem 1.September 2010 ist nun Werner Henrichsmann der Wehrführer der Wettringer Feuerwehr. Sein Stellvertreter ist Christoph Remki. Werner Henrichsmann ist am 1. Mai 1974 in die Feuerwehr eingetreten. Bereits seit 1990 stand er Bernhard Wolbeck als Stellverteter zur Seite. Daneben ist er seit Oktober 2004 als stellvertretender Kreisbrandmeister auch überörtlich für die Feuerwehr tätig. Christoph Remki gehört der Feuerwehr seit dem 1. Februar 1985 an.

 

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