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Vergiftungen

Vergiftungen bei Kindern sind, gerade in den letzten Jahren , eine immer größere Gefahr geworden. Waren es bis 1985 Kinder aus sozial schlechter gestellten Verhältnissen, so sind es jetzt Kinder aus allen Schichten der Bevölkerung

Kleinkinder (Krabbel- Laufalter)

Diese Kinder haben die Angewohnheit alles durch "Probieren" zu erlernen, erkennen und erkunden. 
Die Kinder versuchen alle Tätigkeiten und Angewohnheiten der Erwachsenen nachzuahmen. Beispiele:
Vater raucht eine Zigarette, die Kinder imitieren das Rauchen indem sie die Zigarette in den Mund stecken. 
Die Zigarette wird von den Kindern nicht angezündet, sondern gegessen.
Erwachsene trinken Alkohol, kleine Kinder ahmen dieses Verhalten nach, indem sie die Reste der Getränkegläser leeren.
Der Vater rasiert sich, Kinder können nicht unterscheiden, ob der Vater das Rasierwasser trinkt oder es sich im Gesicht verreibt.

Gefahr Küche

Reinigungsmittel in der Küche suggerieren den Kindern "Limo, Sprudel", da viele Geschirrspülmittel z.B. Zitronen 
als Label im Etikett führen. Waschmittel sind vom Ansehen her weiß, Kinder verwechseln diese oft mit Zucker. Nüsse, 
Mandeln und Erdnüsse sind Backzutaten, die Bittermandel kann eine Gefahr für Kinder darstellen.

Gefahr Wohnzimmer

Im Wohnzimmer werden Kinder meistens mit Zimmerpflanzen konfrontiert. Diese Pflanzen sind allgemein mindergiftig. 
Das Essen von Blättern kann zum Erbrechen, zu Übelkeit und/oder Hautausschlag führen. Ungenießbare oder giftige 
Pflanzen sind z.B. die Stechpalme oder der Weihnachtsstern.

Gefahr Schlafzimmer

Die meisten Erwachsenen bewahren Medikamente, außer im Badezimmer, im Schlafzimmer auf (Anti-Baby-Pille, 
Kopfschmerztablette u.ä.). Kinder können Medikamente nicht von harmlosen Smarties unterscheiden

Gefahr Badezimmer Hier werden eine Vielzahl von Dingen aufbewahrt. Duschmittel, Rasierwasser, Parfüm, Badewasserzusätze, Toilettenreiniger u.v.m. Während die Dusch- oder Bademittel die "harmloseren Dinge" sind, können z.B. 
Toilettenreiniger durch ihre ätzenden Inhaltstoffe, zu lebensbedrohlichen Zuständen bei Kindern führen.

Gefahr Hobbyraum

In diesem Raum lauern unendlich viele Gefahren: Benzin, Benzol, Nitroverdünnung, diverse Öle, Farben und Reinigungsmittel. Meistens werden diese Mittel fälschlicherweise in Cola- oder Sprudelflaschen verwahrt, also geradezu ein Anreiz für Kinder.

Gefahr Garten

Im Garten können Kinder die eßbaren und die ungenießbaren bzw. giftigen Früchte nicht auseinanderhalten. 
Für Kinder sind Beeren gleich Beeren, dass gerade diese giftig sein könnten, ist ihnen nicht bewußt. 
Giftige Gartenfrüchte sind z.B. Tollkirschen, sie enthalten Atropin, dieses wirkt auf den Parasympatikus im vegetativen Nervensystem. Goldregen bewirkt Übelkeit und Erbrechen.

 Erkennen von Kindern

Es ist leichter gesagt als letztendlich getan, aber es muß zuerst versucht werden, Ruhe in das Geschehen zu bringen. Meistens sind die Eltern, insbesondere die Mütter, aufgeregter als das Kind. Nach Möglichkeit sollte versucht werden die Mutter zu beruhigen, niemals jedoch Mutter und Kind trennen, da dann die Lage eskalieren kann. Kinder, die irgendwelche Dinge eingenommen haben, haben Spuren von z.B. Waschpulverrückständen, Reinigungsmitteln u.a. am Mund, an den Lippen oder an der Bekleidung. Sind Mittel getrunken worden, so. z.B. Alkohol, Parfüm, Rasierwasser oder Spülmittel, so riechen die Kinder nach diesen Dingen.Wichtig ist, bei Einnahme von Medikamenten zu erfragen wie voll die Röhre/Schachtel/Dose war.
Maßnahmen

Kinder sollten grundsätzlich nicht, zum Erbrechen gebracht werden, einzige Ausnahme, Empfehlung durch den Giftnotruf Berlin 030/19240 (siehe auch weiter unten).Bei der Einnahme von Säuren und Laugen dem Patienten "teelöffelweise" Wasser verabreichen. 
Bei der Einnahme von Schaumbildnern prophylaktisch, wenn möglich, Eiswürfel lutschen lassen, besser wäre die Gabe von "ap-pimplex", da dieses Mittel das Aufschäumen durch Veränderung der Oberflächenspannung verhindert. 
Bei allen Vergiftungen durch Flüssigkeiten kann medizinische Kohle in Kompretten- oder Granulatform verabreicht werden. Die Kohle bindet, aufgrund der großen Oberfläche, das Gift. Wichtig ist das Aufbewahren von Mitteln, Flaschen, Medikamenten, Tablettenpackungen, Pflanzen, Früchten, Nahrungsresten oder Erbrochenem. Pflanzen oder Früchte nicht beschreiben lassen, sondern möglichst Pflanzen, Blätter, Zweige oder Früchte mit ins Krankenhaus nehmen. Bei Verdacht auf Vergiftungen bei Kindern ist ein Anruf beim Giftnotruf Berlin 030-19240 sinnvoll. Diese Nummer gehört in die Nähe des Telefon, idealer weise bereits abgespeichert. Für die optimale Beratung benötigt der Giftnotruf zwingend folgende Informationen: Alter

·         Alter

·         Gewicht

·         eingenommene Mittel

·         eingenommene Menge

·         Einnahmezeitpunkt und Vitalfunktionen

·         Einnahmezeitpunkt und wenn das genaue Alter/Gewicht des Kindes nicht ermittelt werden kann, dann in etwa schätzen.